Vorlesen im Jahr 2015 und was mich in manchen Kinderbüchern wirklich stört…

Grüß Dich 🙂

Ich muss heute gleich mal mit Volldampf starten, denn Abend für Abend beschäftigt mich ein Thema, das ich nun endlich mal zur Sprache bringen will:

Die Rolle der Mütter/Frauen in Kinderbüchern.

Neben arbeiten, einkaufen, Essen kochen, Kind bespaßen, ab und an mal ausgehen und Freunde treffen, gibt es diese eine Freude, die ich uns (Mama hat ja auch was davon) allabendlich mache- unser Vorlesen. Begonnen hat bei uns alles vor rund 2 Jahren, als Kikusch 1 Jahr alt war und ich anfing, ihm Bücher vorzulesen. Am Anfang „daddelte“ ich da so rum mit Kinderbüchern wir „Entchen im Teich“ oder mit den wirklich tollen und lehrreichen „Ministeps“ von Ravensburger.

kikusch-berlin-kindereventsRavensburger-Ministeps-Kikusch

Schliesslich wollte ich schon früh mit dem Vorlesen beginnen, da mir das Ritual und die Bindung zu meinem Kikusch dabei sehr wichtig sind. Keinen Abend lasse ich das gemeinsame Lesen aus und geniesse jede Minute, die er auf meinem Schoß sitzt und ich immer wieder seinen kleinen Nacken küssen und schnuppern kann.

Zwischenzeitlich der absolute Renner waren bei uns die „Hör mal“ Bücher von Carlsen, von denen wir bis auf 1-2 wirklich alle zu Hause haben und bei denen Kikusch schon mitsprechen kann (so oft mussten wir sie „lesen“).

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Mittlerweile ist Kikusch ja nun schon über 3 und da lesen wir mit großer Freude schon die Bücher von „Wieso, Weshalb, Warum“ von Ravensburger (übrigens absolut empfehlenswert, da das Kind viele Möglichkeiten zum selbst spielen und umklappen hat!). Sie sind im Übrigen auch schön allgemein gehalten und neutral in allen Darstellungen (z.B. internationale Kindergesichter- multikulti, das mögen wir, schliesslich leben wir in Berlin und kennen es nicht anders).

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Jetzt jedoch das große ABER: Beim Durchstöbern unserer Bücher stelle ich fest, dass die Mütter zu 90% die Erziehung übernehmen oder einkaufen gehen. Die Väter gehen arbeiten und kommen meist abends gestresst von der Arbeit nach Hause. Und wir haben nicht nur ältere Bücher, sondern auch viele Neue. Demnach- alter Hut: Mutter zu Hause, Vater arbeitet.

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Ehrlich, da gibt es doch mehr, oder? Wie viele Mamas ich allein kenne, die spannende Jobs haben und eben nicht nur diese eine Rolle ausfüllen…Die arbeiten gehen, weil sie WOLLEN und nicht weil sie MÜSSEN. Bitte versteht mich nicht falsch, ich sage damit NICHT, dass Hausfrau und Mutter KEIN Beruf ist oder möchte eine Diskussion starten, die sich um die „klassische“ Rollenverteilung dreht, denn schliesslich habe ich „nur“ 1 Kind und war auch „nur“ 1 Jahr lang zu Hause—-ABER: In der heutigen Zeit gibt es doch mehr als einkaufende oder zu Hause bleibende Mütter, oder? Selten sieht man Mütter, die arbeiten oder aber -wie verwerflich- selbstständig sind. Ist das jetzt nur meine Sichtweise oder seht Ihr es genau so? Was ist mit Themen, die in unserer Gesellschaft (leider) nicht mehr wegzudenken sind: Alleinerziehende?! Scheidungen?! Patchwork?!

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Nehmen wir mal das Buch „der kleine Wassermann“. Gut, nicht gerade neu, aber ein Klassiker, der in keinem Kinderzimmer fehlen sollte…(Kästner hat die Mamas auch arbeiten lassen, hat also nichts mit dem Alter des Buches zu tun…oder Michel aus Lönneberga, dessen Mutter den kompletten Bauernhof geschmissen hat) Die arme Wassermannfrau und Mutter, sie kocht und putzt den gaaaanzen Tag lang. Und das natürlich (!) stets auf Anweisung des Mannes…“Hey, Frau, da kommen übrigens gleich 20 Gäste zu uns, bekoche die mal“… :-D. Also flexibel ist sie, das muss man Ihr lassen, und sie macht was man(n) ihr sagt.

Schlussendlich bleibt es wohl doch bei der Realität, die wir vorleben sollten und die Bücher bleiben dann eben doch unserer allabendlichen Ausflüchte in die nicht- so-ernst -zu-nehmende-Bücherwelt.

Oder kann man heute mehr erwarten? Wie seht Ihr das? Habt Ihr tolle Büchertipps für uns?

Ich freue mich auf ein Wiederlesen!

Eure Ina