4 Jahre Mama sein- eine ungeschönte und bilderlose Zwischenbilanz

Was steht noch auf der Soll, was steht auf der Haben-Seite dieser 4 Jahre?!

Zeit, ein Resumé zu ziehen über Dinge, die ich ge- und verlernt habe.

Und über Dinge, die ich an Kindern wohl niemals verstehen werde.

 

Ich habe gelernt,…

 ….Ziele zu setzen und sie zu verfolgen, um jemandem, der mir mehr als alles andere auf dieser Welt bedeutet, ein gutes Leben zu ermöglichen

….dass ein Kind die härteste Probe für eine Beziehung ist

….dass man Freunde verliert, wenn man Kinder hat

…dass es so etwas wie eine „Mutterblase“ gibt in die auch nur die Familie und die engsten, am besten nicht kinderlosen Freunde, hinein gelassen werden bis man sich „der realen Welt“ wieder öffnet

…dass Arbeit und Familie sich schwer vereinen lassen und Work-Life-Balance Mist ist

….dass Arbeit aus Leidenschaft heisst, dann zu arbeiten, wenn man Lust hat und Zeit mit dem Kind eine Zeit ist, die kein Kunde oder Geschäftspartner ausnutzen sollte

…dass mir mein Körper auch nach der Schwangerschaft laaaaange Zeit nicht allein gehört

…an meine Grenzen zu gehen und sie (auch) zu überschreiten

…zu akzeptieren wo ich herkomme und wer ich bin

…dass ich trotzdem in der Lage bin, andere Denk- und Sichtweisen an mein Kind zu vermitteln, wenn ich mich nur anstrenge und nie aufhöre, aus Erfahrungen zu lernen

…dass Mütter untereinander um die ersten Krabbel-, Geh- und Sprechversuche konkurrieren

….dass ich mit 5 Stunden Schlaf pro Nacht ganz gut auskomme

….dass mehr als 90% der fremden Menschen positiv und liebevoll auf mein Kind reagieren. Ich dachte immer, es wäre schlimmer

…dass eine Hand vielfach einsetzbar sein kann und sei es nur zum Naseputzen, wenn mal kein Taschentuch da ist

…dass Kindererziehung nach Phasen läuft wobei eine die nächste nahtlos abwechselt und man immer denkt, die aktuelle Phase sei die Schwierigste

….dass Dinge, die Babys und Kinder betreffen niemals nach Plan laufen

…dass es einen Menschen gibt, der mich von einem zum anderen Moment von 100% glücklich auf 100% unglücklich stimmen kann

…meine Eltern zu achten und sie zu verstehen. Als Kind ohne Kind(er) kann und wird man das nie.

…Inne zu halten in Momenten, die ich sonst nicht wahrgenommen oder gefühlt hätte, weil ich sie in der Hektik des Alltages übersehen hätte

…Feuerwehrleute, Polizisten und Müllmänner als Helden des Alltages anzuerkennen, schliesslich bleibt mir nichts übrig als jeden einzelnen von ihnen grüßen oder bewundern zu müssen

…dass es tatsächlich jemanden gibt, der manchmal genau so verrückt ist wie ich

…die enorme Wichtigkeit von 64GB auf meinem Iphone zu schätzen

 

Ich habe verlernt…

… mich um Belangloses und um Feindschaften zu kümmern

…richtig zu feiern, auch, wenn ich am nächsten Tag dank Oma- und Opadienst ausschlafen kann

…auszuschlafen.

…größere Risiken einzugehen, weil ich die Verantwortung für jemand anderen trage

…mich vor Dingen zu ekeln, die ich mir vorher nicht mal vorstellen wollte

…in Geschäften shoppen zu gehen, daher kaufe ich selbst die dämlichsten Sachen online

…Freundschaften wirklich intensiv zu pflegen

…zu entspannen, wenn ich entspannen kann, stattdessen arbeite ich nur Liegengebliebenes ab oder räume die Wohnung auf

…geduldig zu sein, was wirklich oft besser für mich wäre

…(private) Termine verbindlich zusagen zu können, weil ich nie weiss, ob das Kind mitspielt

…meine Reiselust auszuleben, weil ich immer erst gucken muss, ob das mit Kind auch wirklich alles machbar ist

…ausgiebig zu lesen oder mal richtig lange zu baden

…Momente im Kopf und als Erinnerung zu verankern, statt immer gleich die Kamera drauf zu halten, um den Moment möglichst gut festhalten zu können

 

Ich werde nie verstehen

… wie man mit 1kg Sand in den Schuhen trotzdem unbeschwert durch die Gegend rennen kann

…warum mein Kind immer um 06.00 Uhr (und früher) wach ist, egal, ob es um 19.00 oder 24.00 Uhr ins Bett geht

…wie ich von einem auf den anderen Moment nicht mehr „Freund“ sein darf

…mit welch grandioser Schutzfunktion ein Kinderkörper von Natur ausgestattet zu sein scheint bei all den Unfällen des Alltages

….wie Kinder ebenso von Natur aus so grausam zueinander sein können

…was an Sirenen, Krankenwagen, Polizisten, Autowäschen oder Feuerwehrautos so faszinierend ist

…wie ich erst die Pubertät meines Kindes meistern soll

…was Erziehung eigentlich heisst

….wer anderen das Recht gibt, über Schwangerschaften, Geburten, Kindeserziehung zu urteilen und sogar Vorschriften machen zu wollen

…wie ich es jemals schaffen werde, mein Kind vor den unangenehmen Situationen des Lebens zu schützen, es aber gleichzeitig auch Erfahrungen machen lassen muss

Puh, das erst mal für heute. Ich werde diesen Blogpost immer wieder editieren, gern auch mit Vorschlägen der Leser/-innen.

Eure Ina

 

0 Comments

  • mutterherz1984 Posted November 21, 2016 5:09 am

    Cooler Post!😀 da finden sich sehr viele Mütter bestimmt wieder!! Ich tue es!!!! 😀

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